CORONA


Von: Juleica.de Newsletter <webmaster@juleica.de>
Gesendet: Freitag, 29. Mai 2020 01:08
An: wehner.ohg@ewetel.net
Betreff: Jugendarbeit in der Corona-Pandemie

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Jugendarbeit in der Corona-Pandemie
Jugendarbeit in der Corona-Pandemie

Hallo WEHNER.OHG@EWETEL.NET<mailto:WEHNER.OHG@EWETEL.NET>,

seit Mitte März waren die meisten Angebote der Jugendarbeit in Niedersachsen nicht mehr möglich: Die Corona-Pandemie hat von heute auf morgen Treffen in Gruppen, Seminare, Freizeiten und sonstige Aktivitäten weitestgehend unmöglich gemacht. Was blieb waren digitale Angebote der Jugendarbeit und es ist beeindruckend, was ihr in den letzten Monaten alles auf die Beine gestellt habt!

Doch natürlich lebt Jugendarbeit vor allem auch vom persönlichen Miteinander. Und deshalb möchten wir euch heute über den aktuellen Stand informieren, was zur Zeit in Niedersachsen (Jedes Bundesland hat andere Regelungen!) in der Jugendarbeit möglich ist und was ihr dabei beachten müsst – oder was auch noch nicht möglich ist.

Jugendbildung: Gestattet ist die Durchführung von Bildungsangeboten ohne Übernachtung, wenn immer der Mindestabstand zwischen den Personen von 1,5m eingehalten wird, ein Hygienekonzept vorliegt und es für die Bildungsmaßnahme ein Adressliste geführt wird. Tagesseminare zur Juleica-Aus- und Fortbildung, politische Bildungsseminare und alles, was im Bereich der Jugendarbeit sonst noch der Bildung zuzurechnen ist, ist damit nun wieder möglich.

Beratungsangebote dürfen jeweils durch Personen aus einem Hausstand in Anspruch genommen werden.

Gruppenangebote, offene Angebote, gemeinwesenorientierte Angebote dürfen leider nur unter sehr strengen Auflagen stattfinden bzw. öffnen. Die Angebote müssen durch pädagogische Fachkräfte beaufsichtigt werden, Inhaber-innen der Juleica können die Fachkraft unterstützen. Insgesamt (inkl. „Aufsichtspersonen“) dürfen maximal 10 Personen teilnehmen. Der Sicherheitsabstand ist einzuhalten.

Jugendherbergen & Jugendbildungsstätten dürfen maximal 60% ihrer Betten gleichzeitig vermieten und dürfen keine Gruppen beherbergen. Die Vermietung richtet sich also nur an Einzelreisende bzw. Familien.

Gremien-Sitzungen von gewählten Gremien (z.B. Vorstand) dürfen unter Einhaltung der Kontakt- und Hygieneregeln stattfinden.

Der Landesjugendring Niedersachsen e.V. und die LAG offene Kinder- und Jugendarbeit haben gemeinsam Empffehlungen für ein Hygienekonzept<https://www.ljr.de/grundlagen/corona/hygienekonzept.html> entwickelt, dass euch bei der Umsetzung von Aktionen helfen soll.


Politische Einschätzung & Aktivitäten

Im Vergleich zu vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gelten für die Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit deutlich strengere Beschränkungen. Insbesondere die Vorgabe, dass Angebote der Jugendarbeit „durch pädagogische Fachkräfte beaufsichtigt“ werden müssen stößt beim Landesjugendring und vielen anderen Organisationen auf absolutes Unverständnis und macht die meisten Angebote der Jugend(verbands)arbeit weiterhin unmöglich. Diese Einschränkung ist auch deshalb absolut unverständlich, weil an anderer Stelle Ehrenamtliche Gruppenangebote für Kinder- und Jugendliche betreuen dürfen – teilweise dürfen dieselben Ehrenamtlichen mit denselben Teilnehmenden nun das eine Angebot machen, das andere aber nicht.

Der Landesjugendring und viele andere Akteur-inn-e-n haben in den letzten Tagen versucht eine Änderung der Verordnung zu erwirken. Leider bislang ohne Erfolg. nach aktuellem Kenntnisstand ist auch mit der nächsten Verordnung, die am 08.06.2020 in Kraft treten soll, keine Veränderung geplant.

Bedeutet im Klartext: Voraussichtlich im gesamten Juni wären gruppenbezogene, offene und gemeinwesenorientierte Angebote der Jugendarbeit nur erlaubt, wenn eine pädagogische Fachkraft dabei ist. Die Betreuung einer Jugendgruppe durch Jugendleiter-innen erscheint dem Krisenstab offenbar zu unsicher. Abgeordnete aller vier demokratischen Fraktionen haben in der Ausschusssitzung protestiert und Änderungen im Sinne der Jugendarbeit gefordert.

Auch hinsichtlich der weitergehenden Nutzung von Jugendbildungsstätten/Jugendherbergen oder der Durchführung von Sommerfreizeiten hat der Krisenstab starke Bedenken und lehnt solche Lockerungen zum jetzigen Zeitpunkt ab und möchte hier auch noch keine Lockerungen zu einem späteren Zeitpunkt in Aussicht stellen. Ohne einen solchen „Silberstreif am Horizont“ wird es sehr schwer, die Planungen für Freizeiten weiter voranzutreiben.

Wir müssen daher feststellen:

  *   Kinder und Jugendlichen haben das dringende Bedürfnis, sich mit Freund-inn-en zu treffen und Angebote der Jugendarbeit zu nutzen!
  *   Wir haben tragfähige Konzepte für die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregelungen!
  *   Wir haben gut ausgebildete Jugendleiter-innen, die in den letzten Jahren immer verantwortungsbewusst mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen umgegangen sind!
  *   Bei vielen vergleichbaren Aktivitäten dürfen Ehrenamtliche teamen: Übungsleiter-innen im Sport dürfen das Training durchführen, aber mit derselben Gruppe nicht basteln, die Jugendfeuerwehr darf üben, aber anschließend nicht grillen,…
  *   In nahezu allen anderen Bundesländern dürfen Angebote der Jugendarbeit auch ohne pädagogische Fachkräfte stattfinden – ausgerechnet im „Land der Juleica“ soll das nicht möglich sein?
  *   Wir haben eine breite politische Unterstützung!

… doch leider scheint all das zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu genügen. Deshalb brauchen wir euch:


Werdet jetzt aktiv! Nutzt die Pfingsttage für Social-Media-Aktionen & Protest!

Voraussichtlich am 04.06.2020 wird der Krisenstab darüber entscheiden, was ab dem 08.06.2020 erlaubt wird und was verboten bleibt. Neben dem Krisenstab wird Ministerpräsident Stephan Weil letztlich die Entscheidung treffen. Wir haben also noch 5 Tage Zeit um zu mobilisieren:

Um auf diesem Missstand hinzuweisen, rufen wir euch alle auf, in den sozialen Netzwerken und auf euren Webseiten zu berichten, welche Angebote an diesem Pfingst-Wochenende geplant waren und bedingt durch das SARS-CoV2-Virus den daraus resultierenden Einschränkungen ausfallen mussten. Wir machen damit deutlich, dass junge Menschen nicht nur zu betreuende und zu belehrende Schüler-innen sind, sondern auch ein Recht auf Freizeit und Erholung haben.

Postet über das Pfingst-Wochenende über Aktionen, die nicht stattfinden können, macht deutlich, dass Jugendarbeit schlechter gestellt wird als andere Bereiche und dass Kinder und Jugendliche auch Bedürfnisse haben! Taggt in den Beiträgen Landtagsabgeordnete sowie Sozialministerin Carola Reimann und Ministerpräsident Stephan Weil.

Wendet euch mit E-Mails direkt an Landtagsabgeordnete und die Landesregierung und bringt euer Missfallen zum Ausdruck. Die wesentlichen Inhalte des LJR-Briefs an Ministerpräsident Stephan Weil und Sozialministerin Carola Reimann findet ihr als Inspirationsquelle auf der LJR-Webseite<https://www.ljr.de/fileadmin/user_upload/corona/InhalteSchreibenMP20200522.pdf>, der Stadtjugendring Wolfsburg<https://www.stjr.de/news/detailsansicht/news/offener-brief-an-ministerpraesident-weil-und-sozialministerin-reimann/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&cHash=db773fa68b45fb6f8865e76d6ecf334e> hat sich beispielsweise ebenfalls mit einem offenen Briefen zu Wort gemeldet, den ihr als Ideenpool für eigene Texte sicherlich gerne verwenden dürft.

Bitte taggt alle Posts mit #jugendarbeitVSvirus und/oder taggt den Landesjugendring Niedersachsen e.V. zusätzlich in den Posts, so dass wir auch eure Aktivitäten mitbekommen.



Viele Grüße, alles Gute & bleibt gesund!

Euer myjuleica.de Team & das ganze Team des Landesjugendring Niedersachsen e.V.

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